Sehenswürdigkeiten von Malkwitz

 

Das Storchennest

Erstmals nachweisbar nisteten die Störche in Malkwitz 1852. Ihr Nest hatten sie auf dem Lang`schen Gut –Nr.16. Später bauten sie sich ein neues Nest auf der Friedhofslinde. Um 1885 wuchs die Linde fast zu und die Störche blieben aus. Nachdem ein mutiger Schornsteinfeger die Linde verschnitten hatte, kamen die Störche das Jahr darauf  wieder. Auch die im Frühjahr 1923 durchgeführten Maßnahmen zur Stabiliserung der Linde hinderte die Störche nicht am Nisten auf ihrem Stammplatz. Zur Freude aller Dorfbewohner nahmen die Störche auch den Dreibock an, der anstelle der am 22. September 1925 umgebrochenen Linde aufgestellt worden ist. Ende der 50er Jahre blieben die Störche öfters aus. 

Pünktlich zur 650-Jahr Feier des Ortes 1961 waren sie zur Freude aller wieder da. Auf ihre Störche sind die Malkwitzer richtig stolz.
Ende der 70-iger Jahre hatten sich die Störche wieder sehr rar gemacht. Als Grund wurde der hohen Wuchs der Linden des Friedhofes angenommen, die das Anfliegen des Nestes erschwerten. Im  Frühjahr 1981 wurden die Linden auf dem Friedhof verschnitten. Der Erfolg blieb nicht aus. 1981 wurden 4 Störche aufgezogen, 1982 waren es 2, 1983 und 1984 jeweils 2 und 1985 wieder 4 Junge.
Im März 1994 wurde mit Unterstützung des Landratsamtes, von ABM-Kräften und vor allem der Firma Görner/Böttcher ein neuer Dreibock aufgestellt. Er wurde auch bei der Rückkehr gleich angenommen und 3 Störche im gleichen Jahr aufgezogen.

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Das Wahrzeichen von Malkwitz wird wohl jedem Besucher des Ortes, egal aus welcher Richtung er Malkwitz durchquert, sofort ins Auge fallen und zum Verweilen einladen. Nicht nur die Kinder kennen Freund Adebar aus vielen Sprüchen, nein auch für uns Erwachsenen gilt ein Storch als Lebensvogel der die kleinen Kinder bringt, als Glücksbringer, als heiliger Vogel und man sagt auch er ist Beschützer vor Feuer und Blitz. 

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Die Ankunft der Störche im Frühjahr 1999 feierten über hundert Malkwitzer mit einem zünftigen Storchenfest. Höhepunkte des Storchenfestes waren die Ehrung von Malkwitzern, die sich besonders um das Wohl der Störche verdient gemacht haben, und die Enthüllung eine Tafel mit der Storchenchronik an der Friedhofsmauer.

 

 

 

Das Leiterhaus

Direkt an der Friedhofsmauer, für jeden Durchreisenden sichtbar egal welche Richtung er nimmt, steht ein weiteres historisches, heute nur noch selten zu findendes, Leiterhaus. Mit viel Mühe haben die Malkwitzer ihr 1775 gebautes Leiterhaus 1992 wieder zu neuem Glanz verholfen. Noch heute erfüllt es seine Aufgabe, indem die Malkwitzer sich besonders lange Leitern ausleihen können.

 

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Die Baumpflanzungen

Die Malkwitzer haben auch eine Tradition im Pflanzen von Bäumen zu geschichtlichen Ereignissen.
Bereits 1883 pflanzten die Einwohner an historischer Stelle eine Eiche, die Luthereiche. Sie ist zu einem Wahrzeichen des Ortes geworden und begrüßt heute noch den Fremden, der sich von der B6 her dem Ort nähert. Mit der Pflanzung der Friedenseiche 1895 und der Schillerlinde 1905 prägen weitere Zeitzeugen den kleinen Ort. Anlässlich der Deutschen Einheit 1990 setzten die Malkwitzer mit der Pflanzung einer Vereinigungseiche die alte Tradition fort.

 


Die Milchrampe

Traditionspflege ist in Malkwitz groß geschrieben. So ist es auch nicht wunderlich, daß eine restaurierte Milchrampe als Zeuge einer vergangenen ländlichen Produktionsweise wieder das Dorfbild verschönt und deren feierlichen Enthüllung Anlaß für ein gelungenes Dorffest war. Sie ist die letzte von ursprünglich 5 Sammelstellen für die Milch zum Transport in die Molkerei Dahlen, die einst im Ort vorhanden waren. In vielen Orten Sachsens sind sie schon längst vergessen. Auch die letzte Milchrampe in Malkwitz sollte abgetragen werden, doch die Malkwitzer wußten dies zu verhindern. In einer Milchrampenchronik sind nicht nur die ehemaligen Standorte nachzulesen, sondern auch namentlich alle „Milchkutscher“ von 1937 bis zum bitteren Ende 1972, als die letzten Kühe die Ställe der Einzelbauern verließen, benannt.

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Der Dorfbrunnen

Als traditionsbewußte Gemeinde hat Malkwitz nicht vergessen, wie sich früher die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt hat. Bis 1961 prägte inmitten des Ortes der Gemeindebrunnen das Straßenbild. Ab 1961 wurden die Gemeinde Malkwitz als einer der ersten Dörfer an die zentrale Trinkwasserversorgung des Wasserwerkes Malkwitz angeschlossen. Die Dorfbrunnen und -pumpen waren von da an nicht mehr erforderlich, gerieten in Vergessenheit und wurden zum großen Teil zugeschüttet.
Auf Initiative traditionsbewußter Malkwitzer wurde im Frühjahr 2000 der alte Dorfbrunnen restauriert und eine neue Pumpe eingesetzt. Ein Glück, daß es heute noch Handwerker gibt, die in der Lage sind, aus einem Kiefernstamm eine funktionsfähige Holzpumpe zu fertigen. Insbesondere bei der älteren Generation  wurden dadurch Erinnerungen geweckt, denn lange genug hatten sie aus diesem Brunnen täglich ihren Haushalt mit Wasser versorgt.

 

Die Einweihung des Dorfbrunnens

Die Einweihung des neuen Dorfbrunnens wurde den Malkwitzer Gewohnheiten zur Folge zu einem Gemeindefest gestaltet. Dabei wurde die frühere Geschichte bemüht. Frauen und Männer des Ortes zeigten stilecht, wie früher ein Waschtag vor sich ging. Die passenden Requisiten und Kleidungen fanden sich noch auf manchem Dachboden. Anschaulich konnte gezeigt werden, wie Wäschemangel und  mit Holz beheizte Waschmaschinen mit Handkurbel funktionieren.

 

 

 

 

 

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